Nachbericht in der Rhein-Neckar Zeitung vom 11.05.2011

Nachbericht Quelle: Rhein-Neckar Zeitung v. 11.05.11
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Video-Statement von Prof. Dr. Trosien auf www.mrn-news.de

MRN News berichtete vom

Arbeitskreis und brachte

ein Interview und Statement

von Prof. Dr. Gerhard Trosien,

das hier als Video abrufbar ist.

 

 

 

Nachbericht zum AK Sportökonomie - Juni 2011

Sportökonomen Deutschlands tagten in der SRH Hochschule Heidelberg

 

15. Jahrestagung des Arbeitskreises unter dem Titel „Ökonomie der Sportspiele“ erfolgreich durchgeführt

 

Der Tagungsleiter, Prof. Dr. Gerhard Trosien, war mehr als zufrieden: Eine gelungene Konferenz hatte sein Team vom 6. bis 8. Mai in der SRH Hochschule Heidelberg durchgeführt. Rund 150 Personen waren in den drei Teilen anwesend. Etwa 20 junge Nachwuchswissenschaftler begannen bereits am Donnerstag mit ihren Vorträgen und einige blieben, um an der Jahrestagung der Sportökonomen teilzunehmen, die am 7. Mai mit einer Podiumsdiskussion eingeleitet wurde. Unter dem Tagungstitel „Ökonomie der Sportspiele“ hielt Wolfgang Baumann, deutscher Generalsekretär des Weltverbandes für Breitensport TAFISA (The Association for International Sport for All), einen beachtenswerten Hauptvortrag über „Sportspiele aus internationaler Perspektive“. Baumann, der jeden Monat Tausende von Kilometern von einem zum anderen Kontinent fliegt, um Aktivitäten für Menschen ermöglichen, die durch Sport for all neue Perspektiven für sich und ihre Lebensgemeinschaften gewinnen können, ist eine ideale Besetzung für diesen Auftrag. Schon seit der Trimm-Aktion und beim ersten Festival der Kulturen des Deutschen Sportbundes in Bonn war er persönlich zugegen – TAFISA ist 2011 bereits 20 Jahre existent. Die gesundheitspolitischen Auswirkungen sind erheblich, wenn zahlreiche Bevölkerungskreise für ein verbessertes Bewegungsverhalten gewonnen werden. Jedoch auch die wirtschaftlichen Effekte sind nicht zu übersehen: Es werden Sportstätten benötigt und eingerichtet, Sportgeräte hergestellt und Sportbekleidung produziert und nicht zuletzt werden Arbeitsplätze für Fachleute bereit gestellt, die diese Sportveranstaltungen organisieren.

 

Im gut gefüllten Hörsaal verfolgten die anwesenden Gäste die Baumannschen Thesen; darunter befand sich der Punkt, dass im lokalen bzw. regionalen Milieu auch kulturell vertraute Bewegungsformen tendenziell gefährdet sind. Einerseits durch die Globalisierung zahlreicher Sportarten, vor allem Fußball: Menschen sitzen in Tonga vor dem Fernsehen und verfolgen Spiele von Manchester United – anstatt die eigenen Bewegungstraditionen zu befolgen; andererseits streben auch zunächst nur regional verbreitete Bewegungsformen nach (inter)nationaler Anerkennung. Am Beispiel von Takraw machte Baumann den Wandel deutlich: Sportverbände entstehen, Vermarktung wird betrieben und die Sportart wird im Fernsehen gezeigt. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Standardisierung von Sportstätten bis hin zu Abläufen sowie Auftreten. Sogar der zuvor aus Rattan gefertigte Ball wird auf dieser Ebene ersetzt durch haltbarere Kunststoffprodukte – die dann wiederum viele Interessenten selbst besitzen möchten. Akteure verdienen Geld mit ihrem Sport, Dienstleistungen und Industrien entstehen und Takraw kann in internationalen Sportveranstaltungen eingesetzt werden.

 

Baumann wurde von Dr. Andreas Wagner, dem Moderator der anschließenden Podiumsdiskussion, immer wieder auch um Stellungnahme gebeten, wenn es um das Thema Spitzensport ging. Dafür war Ulrich Wolter geladen, der als Gesamtkoordinator der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft über ein globales Sportereignis berichtete, welches vier Wochen später – sicherlich erfolgreich – in Deutschland durchgeführt werden wird.

 

Ein weiterer Teilnehmer auf dem Podium war Claus Gröbner, der als Cross Marketing Leiter für die Bewerbungsgesellschaft München 2018 Rede und Antwort stand; für Olympische Winterspiele, über deren Zuschlag in diesem Sommer entschieden wird. München bewirbt sich um die Realisierung des Traums, als erste Stadt der Welt nach den Olympischen Sommerspielen (1972) auch Olympische Winterspiele durchführen zu dürfen. Ob der Traum Wirklichkeit wird, entscheidet sich am 6. Juli. Der Rektor der SRH Hochschule Heidelberg, Prof. Dr. Jörg Winterberg, erklärte denn auch am Donnerstag eine vierwöchige „Bekenner-Kampagne“ für eröffnet, die Studierende des Master-Studiengangs Sportmanagement unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Keller entwickelt haben und die zum Ziel hat, 5000 zusätzliche Befürworter für die München 2018-Bewerbung zu gewinnen.

 

Auf dem Podium begrüßt wurde schließlich auch Dietmar Pfähler, der persönliche Vertreter von Dietmar Hopp, dem finanzkräftigen Investor, Sponsor und Mäzen. Dietmar Pfähler ist intimer Kenner und sensibler Interpret der herausragenden Leistungen von Dietmar Hopp für den Sport in der Metropolregion Rhein-Neckar und so ging es während der Diskussion insbesondere um die Mannschaftssportarten Fußball, Handball, Eishockey und Golf, die von Hopp gefördert werden. Im Mittelpunkt stand dabei die Jugendarbeit, die in der Gründung des Vereins „Anpfiff ins Leben“ eine besondere Form der dauerhaften Unterstützung findet. Hier steht gleichgewichtig neben dem Sport die Schule, der Beruf und das soziale Handeln der aufgenommenen Jugendlichen im Fokus des Anliegens.

 

Moderator Dr. Andreas Wagner vom SWR fand in der eineinhalbstündigen Diskussion einen ausgezeichneten Zugang zu den Podiumsteilnehmern, sodass viele Aspekte über Bewerbungen von Sportgroßveranstaltungen bzw. deren Durchführungen bis hin zu den Zielgruppen Frauen und Jugendliche diskutiert werden konnten.

 

An den beiden Veranstaltungstagen bis zum Samstagmittag wurden 19 Fachvorträge von Sportökonomen aus ganz Deutschland in fünf Arbeitskreisen gehalten, innerhalb derer die Zuhörer nach persönlichem Interesse jeweils wechseln konnten. Während im Nachwuchs-Workshop mit Birgit Rünger eine Dozentin des Heidelberger Teams ihr Promotionsvorhaben vorstellte, brachte sich mit Prof. Dr. Christian Keller ein weiterer Kollege am Samstagmittag mit einer Präsentation zum Thema „Erfolgsfaktor Clubkultur“ im abschließenden Arbeitskreis ein.

 

Ein Highlight im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Sportökonomie e. V. war der gesellige Abend. Das Wetter spielte mit, sodass man im Park der Hochschule beim Grillen und bei anregenden Gesprächen bis nach Mitternacht eine herrliche Frühsommernacht genießen konnte.

 

Entsprechend anerkennend waren die Danksagungen am Ende der Jahrestagung. Petra Kling, seit letzten Oktober Teamassistentin im Arbeitsbereich Sportmanagement, wurde förmlich mit Geschenken überschüttet: Der alte und neue Vorsitzende des Arbeitskreises Sportökonomie e. V., Prof. Dr. Martin-Peter Büch, überreichte ihr Konfekt und Wein und Tagungsleiter Prof. Trosien dankte ihr mit einem frühlingshaften Blumenstrauß. Im so genannten „back office“ war eine unverzichtbare Mitwirkende Anja Siegert, die als ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins Heidelberger Sportökonomie e. V. nicht nur alle finanziellen Transaktionen mit den Förderern und Teilnehmern abwickelte, sondern auch die Tagungshomepage erstellte und aktualisierte.

 

Die 15. Jahrestagung konnte in dieser Qualität vor allem deshalb durchgeführt werden, da mit der Commerzbank aus Frankfurt ein Hauptsponsor vorhanden war, der seiner anderen Engagements wegen (z.B. bezüglich der Frauen-WM) auch inhaltlich hervorragend passte. Ein weiterer Förderer war die Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, die sich unter der Marke "redmark verein" mit ihrem hochwertigen Angebot zur Vereinsführung seit 20 Jahren als kompetenter Partner der Vereine und Verbände etabliert hat. Der DOSB und die Sportregion Rhein-Neckar, deren stellvertretender Vorsitzender Prof. Trosien ist, und hier insbesondere die Kampagne des OSP „Team London“, die Stadt Sinsheim als Standort der kommenden Frauen-Fußball-WM, der Verband der Sportökonomen und Sportmanager Deutschlands und die Sepp-Herberger-Stiftung waren jeweils mit einem Stand vertreten. Der Hofmann Verlag sowie der Verein „Anpfiff ins Leben“ informierten interessierte Tagungsbesucher durch Auslage von Flyern über ihre Aktivitäten. Als zusätzliche Partnerleistung konnte Prof. Trosien über die Veranstalter des Marathons Deutsche Weinstraße jeder/m Referentin/en eine Flasche Wein aus der Region mitgeben.